Bartholomäus
* unbekannt † um 69-71 n. Chr.
Bartholomäus (hebräisch: Bar-Tolmay d. h. „Sohn des Tholmai“) ist höchstwahrscheinlich der Familienname von Nathanael, einem Freund des Philippus und Einwohner von Kana in Galiläa (Joh. 1:45-51; 21:2). In den drei synoptischen Evangelien wird sein Familienname verwendet, wenn er zusammen mit den anderen Aposteln aufgezählt wird. In Joh. 21:2 wird er hingegen als Nathanael bezeichnet.
Sein Gefährte Philippus hatte in Jesus den langersehnten Messias erkannt und war ohne zu zögern sein Jünger geworden. Voller Zuversicht suchte Philippus seinen Freund Nathanael auf und sagte zu ihm: „Wir haben den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesus, den Sohn des Josef, von Nazareth“ (Joh. 1:45).
Nathanael war offenbar ein Mann von großer intellektueller Kraft. Er hielt Philippus für zu leichtgläubig und fragte skeptisch: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Doch auf Drängen des Philippus hin beschloss er schließlich, Jesus aufzusuchen.
Als er sich dem Meister näherte, hörte er dessen Erklärung: „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist“ (Joh. 1:47). Nathanael war erstaunt. Woher kannte Jesus ihn? Sie waren sich noch nie begegnet. „Als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich“, antwortete unser Herrn und fügte hinzu, dass Nathanael oft im Schatten eines Feigenbaums betete und nachdachte (V. 48). Nun antwortete Nathanael voller Glauben: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels“ (V. 49). Auf sein Bekenntnis hin versicherte ihm der Herr, dass er Verständnis für noch tiefere existierende Wahrheiten erhalten würde (Vers 50, 51).
Der biblische Text enthält keine weiteren Details zu Nathanael (Bartholomäus) als Person. Sicherlich wurde er, wie die anderen Apostel auch, vom Meister zu den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“ gesandt wurde, um das Himmelreich zu verkünden, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und Tote aufzuerwecken (Mt. 10:2-8). Es gibt keine verlässlichen historischen Quellen, doch der Überlieferung zufolge führte ihn seine Missionstätigkeit später in die Städte Kleinasiens, Indiens und Armeniens, wo er den Märtyrertod durch Kreuzigung erlitt. Ein anderer Bericht besagt, dass ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen wurde.
Jesus selbst bezeugte, dass alle Apostel bis auf einen das ihnen anvertraute Wort bewahrt hatten. Somit gehört Bartholomäus als „wahrhaftiger Israelit“ ebenfalls zu denjenigen, die eine große Ehre auf dem Richterstuhl erben werden.

