Jakobus der Jüngere bzw. der Kleinere
* unbekannt † um 62-65 n. Chr.
Dieser Jakobus, der Sohn des Alphäus, wird lediglich als einer der Zwölf aufgeführt (Mt. 10:3; Mk. 3:18; Lk. 6:15). In der Heiligen Schrift wird kein Ereignis aus seinem Leben erwähnt.
Sein Beiname „der Jüngere“ oder „der Kleinere“ könnte sich einerseits auf seine eher kleine Statur beziehen, andererseits darauf, dass er jünger war als Jakobus, der Sohn des Zebedäus. Seine Mutter Maria gehörte zu den frommen Frauen, die Jesus von Galiläa aus gefolgt waren. Sie kümmerten sich um Seine Bedürfnisse und zweifellos auch um die der Apostel. Jakobus der Jüngere genoss den Segen einer Familie, die mit dem, was er vom Meister gelernt hatte, vollkommen im Einklang stand. Auch sein Bruder Judas war nämlich Apostel (Mt. 27:56; Lk. 24:10).
Der Jakobusbrief, den der Historiker Eusebius (ca. 260–340 n. Chr.) als ersten der sogenannten katholischen oder allgemeinen Briefe bezeichnete, war Gegenstand heftiger und langwieriger Kontroversen über seine Verfasserschaft. Der andere Apostel Jakobus, der Sohn des Zebedäus, wurde jedoch bereits um das Jahr 44 n. Chr. unter Herodes dem Großen hingerichtet. Jakobus, der Bruder des Herrn, war hingegen kein Apostel. Somit ist der Verfasser dieses Briefes Jakobus der Jüngere.
Häufig wurde ein Konflikt zwischen Paulus und Jakobus in Bezug auf die Lehre vermutet. Während Paulus den Glauben als das entscheidende Merkmal des Christentums betrachtete, betonte Jakobus die Bedeutung der Werke. Dieser Konflikt ist jedoch eher imaginär als real.
Jakobus war offensichtlich ein sehr pragmatischer Mensch. Das dritte Kapitel seines Briefes gilt allgemein als eine der tiefgründigsten Abhandlungen über die Macht der Rede. Allein aus diesem Grund verdient es der „Kleine Jakobus“, als „Lichtträger der Kirche“ bezeichnet zu werden. Wie die meisten seiner Mitstreiter gab auch Jakobus sein Leben für den Herrn und Seine Sache, indem er brutal gesteinigt oder zersägt wurde.

