Philippus
* unbekannt † um 80-81 n. Chr.
Philippus stammte aus Bethsaida, der Heimatstadt von Andreas und Petrus. Er gehörte zweifellos zu der Schar der Jünger, die sich um Johannes den Täufer versammelt hatten. Dieser predigte in der Gegend jenseits des Flusses Jordan die Lehre von der Buße. Nachdem Petrus und Andreas zusammen mit ihren Glaubensgenossen Jakobus und Johannes das Zeugnis des Täufers über Jesus gehört hatten, schlossen sie sich Ihm sofort als dem verheißenen Messias an.
Offensichtlich hatten die anderen bereits mit Philippus über Jesus als den langersehnten Messias gesprochen. Die Heilige Schrift bezeugt: „Am folgenden Tag wollte er nach Galiläa aufbrechen, und er findet Philippus; und Jesus spricht zu ihm: Folge mir nach!“ (Joh. 1:43) Philippus zögerte nicht, dies zu tun. Seine erste Initiative bestand darin, Nathanael, der wahrscheinlich auch unter dem Namen Bartholomäus bekannt war, zu Jesus zu bringen. Philippus sagte zu ihm: „Wir haben den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesus …“ und ermutigte ihn: „Komm und sieh“ (Joh. 1:45, 46).
Über den Apostel Philippus ist in der Heiligen Schrift nicht viel mehr überliefert. An ihn richtete der Meister die Frage, wie die Fünftausend zu speisen seien: „Woher sollen wir Brote kaufen, dass diese essen? Dies sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er selbst wusste, was er tun wollte“ (Joh. 6:5, 6).
Die einen sind der Meinung, Philippus sei mit der Aufgabe betraut worden, für das Essen zu sorgen. Andere wiederum vermuten, sein Glaube sei schwach gewesen und der Herr habe ihn auf die Probe gestellt. Die Antwort des Philippus stützt beide Vermutungen: „Für zweihundert Denare Brote reichen nicht für sie hin, dass jeder ⟨auch nur⟩ ein wenig bekommt“ (V. 7). Seine Bitte an Jesus bei einer anderen Gelegenheit: „Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns“ (Joh. 14:8) deutet auf eine gewisse Schwierigkeit hin, die er möglicherweise stärker als seine Mitapostel empfand, wenn er versuchte, sich über die Dinge der natürlichen Sinne zu erheben. Die einfache und aufrichtige Frage des Philippus könnte für viele, die ähnliche Hemmungen hatten, eine Quelle des Trostes gewesen sein.
Philippus tritt aber auch als Bindeglied zur griechischen Gemeinde auf. Da er einen griechischen Namen trug, sprach er vermutlich Griechisch und war den griechischen Pilgern in Jerusalem möglicherweise bekannt. Er teilte Andreas mit, dass einige Griechen Jesus treffen möchten. Gemeinsam informierten sie Jesus darüber (Joh. 12:21).
Zweifellos wurde Philippus zur rechten Zeit mit der Ausgießung des Heiligen Geistes gesegnet und bewies seine absolute Treue zu seiner apostolischen Berufung. Deshalb ist er Erbe eines himmlischen Thrones, von dem aus er eines Tages Millionen von Menschen auf der ganzen Welt mit dem Brot des Lebens versorgen wird. Er starb vermutlich um das Jahr 80 n. Chr. in Phrygien einen Märtyrertod. Möglicherweise wurde er an einer Säule erhängt oder wie Petrus kopfüber gekreuzigt.
Der Apostel
Philippus ist nicht zu verwechseln mit dem Evangelisten
Philippus, einem der sieben Diakone, die von der Jerusalemer Gemeinde eingesetzt wurden (Apg. 6:1-7; 8:5-13, 26-40; 21:9). Als Apostel hätte Philippus die Macht gehabt, die Gaben des Geistes weiterzugeben. Der Bericht in der Apostelgeschichte, Kapitel 8, zeigt jedoch, dass der dort erwähnte Philippus dazu nicht in der Lage war.


